Amerikanischer Collie
(vermutlich "alter deutscher Schlag")

geb. 22.05.2004 "Benno von der Paringer Höhe"
WRH 65 cm Tricolor/weißfaktoriert
BH bestanden, Agility A0, THS
Anfänger im Obedience, Clickerfan ;o)

   
 

Benji zog am 21.01.2006 bei uns ein, im Alter von 18 Monaten.

Auf der Suche nach einer 2. Collienase, bekamen wir von Frau Schmidt von CuSiN den Tip, daß "eine arme Socke" im  Tierheim Nürnberg-Feucht darauf warte, schnellstmöglich dort rausgeholt zu werden, denn der arme Kerl leide dort sehr.

Eigentlich hofften wir ja auf einen älteren sablefarbenen Sheltie oder kleinen Collie als Zweithund, aber wir entschlossen uns trotzdem nach Nürnberg zu fahren, um uns den "Benno" einmal anzusehen.

Wir trafen dort auf einen wunderschönen, aber vollkommen verschlossenen, verstörten und verschüchterten Collie, der nicht in der Lage war, uns anzusehen. Madlen, unsere Tochter ließ er vorsichtig an sich heran und pfötelte mit ihr, mehr aber auch nicht.
Wir machten uns dann zusammen mit Benno und seinem Pflegefrauchen auf eine Runde Gassi durch den angrenzenden Wald, auch hier mied er jeglichen Kontakt. Und Maya ignorierte ihn vollkommen.
Zurück im Tierheim ließen wir die Hunde in einen Freilauf und unterhielten uns mit seiner Betreuerin, die uns seine bisherige, traurige Geschichte erzählte. Hierbei geschah dann das, was keiner erwartet hatte:

unsere Maya, die immer jeglichen Kontakt zu anderen Hunden vermied, ging das erste mal in ihrem Leben in Spielstellung und forderte Benno zu einer wilden Rennerei durch den Freilauf auf.

So kam es, dass wir mit 8 Pfoten im Kofferraum wieder nach Hause fuhren.

Es lagen harte 4 Monate vor mir, um diesen Collie, der sich geistig vollkommen verriegelt hatte, wieder zu öffnen.
Madlen war die erste, die in seine Nähe durfte, ohne dass er die Flucht antrat. Aber so nach und nach verstand er langsam, dass wir ihm nichts Böses wollten und dass jetzt ein neues Leben für ihn begonnen hatte, das er zögernd annahm. Mein Mann war die schwierigste Hürde in seinem Leben, denn vor Männern fürchtete er sich schrecklich, doch auch diese Hürde haben wir mit viel Geduld und jeder Menge Leckereien gemeistert.

Benno, der nicht Benno gerufen werden wollte und demonstrativ weg sah, wenn dieser Name fiel, wählte sich selbst den Namen Benji, den er dann behielt. Er kam freudig heran, wenn man ihn so rief.

Schnell entwickelte er dann seine Leidenschaft für's Clickern und er lernte in rasantem Tempo alle Grundkommandos und etliche Tricks und Spielereien. Manchmal schien es uns, als würde er, wie ein trockener Schwamm, alles in sich aufsaugen, was wir ihm anboten. Er hatte ja vorher nichts gelernt und das war eine neue, schöne Erfahrung für ihn, die er sichtlich auskostete.

Die Arbeit mit Madlen auf dem Hundeplatz machte ihm zusehenst mehr Freude und bis heute sind die zwei eifrig dabei und trainieren inzwischen verschiedene Sportarten und konnten bei kleinen regionalen Turnieren auch schon Preise mit nach Hause nehmen.
Benji läuft in der Unterordnung sehr aufmerksam und konzentriert, allerdings ist er ein schrecklicher Klassenkasper und hat immer wieder tolle Ideen, die er in seiner Tollpatschigkeit dann präsentiert, auch wenn es nicht gerade dahin passt, wo es hin soll. Aber er hat so viel Spaß daran und wir können lachend darüber hinweg sehen. Und wenn wir lachen, dann ist auch Benji glücklich.

Aus Benji ist ein Traumhund geworden und wir möchten ihn heute keine Sekunde mehr missen.

 

©.midget 2008