Hallo zusammen,
wir sind's! Maya, Benji und Dizzy, das tricotriologische Trio

Wir sind ein intaktes Hunderudel. Jeder hat seinen Rang und seine Aufgabe, wobei unsere Menschen an erster Stelle das Sagen haben, versteht sich. Das Leben im Rudel ist um Einiges anders, als das eines Einzelhundes, denn wir gehören und halten zusammen, was für manchen Hundehalter mit Einzelhund nicht so leicht zu verstehen ist.

Aus diesem Grund möchten wir Euch hier Erlebnisse erzählen, aus unserem Hundealltag. Lustiges, aber
auch Nachdenkliches und manchen Aufreger der Woche...

Wir gehen bei diesen Geschichten niemals von Böswilligkeit mancher Hundehalter aus, sie tun Manches einfach aus Unwissenheit über unsere Art und denken sich dabei nichts Schlechtes. Sie meinen es ja nur gut, aber damit gerät man doch ab und an in den einen oder anderen Schlamassel oder erlebt lustige Abenteuer..

Viel Spaß beim Lesen der nachfolgenden Geschichten, vielleicht erkennt Ihr ja einige Situationen aus Eurem
eigenen Hunde- und Gassigehalltag wieder 
 das tricotriologische Trio

   
 

G e s c h i c h t e n ü b e r s i c h t:

das Rudel

die Karte

geh spielen...

Ach!?!

das Hölzchen

Schnee!!

   

 

 
Maya erzählt: das Rudel
Nun, wie ist das Leben in einem Hunderudel? Kurz erklärt: einfach schön!

Als ich damals zu meinen Menschen kam, war ich alleine, quasi Einzelhund. Ich hatte große Probleme, mich mit anderen Hunden zurecht zu finden, verstand sie oft nicht und wurde nicht verstanden. Ich mag keine respektlosen Hunde, die einfach auf mich zukommen, mich tollpatschig anspielen und mir ihre Nase ungefragt ins Fell stecken, um mir an Körperteilen zu schnuppern, die sie nichts angehen. Und das bringe ich dann auch zum Ausdruck: "Weg!! Ich mag das nicht!"

Zum Leidwesen bekam Frauchen dadurch oft Ärger mit anderen Hundehaltern und man sagte mir nach, ich sei bissig und unverträglich. Aber mal ganz ehrlich: muss man sich wirklich alles gefallen lassen?

Dann kam Benji zu uns. Benji war ängstlich, weil Menschen ihn sehr schlecht behandelt hatten. Aber er war respektvoll charmant und ich mochte ihn vom ersten Augenblick an ziemlich gut leiden. Durch ihn lernte ich zu kommunizieren und er lernte von mir, was man zuhause darf und was nicht. 
Schnell wurden wir ein eingespieltes Team und Benji nahm mir draussen die Hundekontakte ab. Er ging zu fremden Hunden und schnupperte mit denen, sodaß ich meinen respektvollen Abstand wahren und selbst entscheiden konnte, ob ich da hin will oder nicht. Im Gegenzug hielt ich von Benji die Menschen fern, die meinten ihn steicheln zu müssen und das war ja schließlich das Letzte, was er in seiner Panik haben wollte. Also spielte ich den Kasper und ertrug das Streicheln Fremder, damit er seine Ruhe hatte und sich langsam nähern konnte, wie er das mochte.

So ist das in einem Rudel! Wir passen eben gut auf einander auf.

Frauchen hat in der Zeit auch sehr Vieles über uns gelernt und ein Animal Learn-Seminar über Calming-Signals besucht. Sie hat beobachtet und uns "machen lassen" und so allmählich verstand sie, daß ich nicht "der böse Hund" bin, den man ihr immer eingeredet hat, sondern nie grundlos handelte. Nur dann, wenn es aus meiner Sicht wirklich nötig war.

Wir Hunde sind friedvolle Wesen, gehen Konflikten erst einmal aus dem Weg, kommunizieren durch klare und deutliche Signale und handeln nur dann, wenn unser Gegenüber diese Signale ignoriert oder nicht respektiert.
Menschen verstehen dies oft falsch, weil sie nicht in der Lage sind, unsere Sprache zu verstehen. Und viele Hunde verlernen diese Sprache, weil sie isoliert mit ihrem Menschen leben. Das macht die Kommunikation mit Fremden oft schwierig und ich gebe zu, ich meide solche Situationen und bin froh, wenn Benji diese für mich übernimmt.

Dizzy kam als Letzte in unser Rudel. Sie ist alt und hat sich wunderbar eingefügt und "hinten angestellt". Sie ist eine wunderbare Spielpartnerin und Freundin. Wir sind jetzt komplett.

Da wir zusammengehören und jeder seinen Platz im Rudel einnimmt, ist es oft schwierig, wenn fremde Hunde hinzukommen wollen, denn eigentlich brauchen wir diese nicht. Natürlich begrüsst man sich, schnuppert kurz, wenn man sich unterwegs begegnet, spielt vielleicht sogar mal eine Runde und geht dann wieder seiner Wege. Problematisch wird es aber bei solchen Hunden, die nicht vernünftig kommunizieren können. Wenn ich schon sehe, daß mir ein anderer Hund, im Halsband zerrend an der Leine, entgegen kommt, dann laufe ich einen weiten Bogen um ihn herum, um ihm zu signalisieren, daß ich ihm nichts Böses will, sondern einfach nur vorbei gehen möchte. Benji und Dizzy tun mir dies nach.

Leider, viel zu oft, verstehen Menschen solcher Hunde dieses Verhalten nicht, sehen nur die "netten, braven Hunde" und tolle Spielkameraden für den eigenen Hund, damit dieser toben kann und die nächsten Stunden zuhaue wieder Ruhe gibt. Und schneller als man kucken kann, ist der Leinenhaken gelöst und der wilde Kerl auf uns losgelassen.

Tja, jetzt hat es aber der Eine nicht mit Einem zu tun, sondern mit Drei, die zusammen gehören. Und sollte er sich nicht benehmen, obwohl man ihn ignoriert, ihm den Rücken zudreht, sich abwendet und wegläuft, so wird er gleich von Dreien Bescheid gesagt bekommen, daß er unerwünscht ist.

Und die "netten, braven Hunde" mutieren in den Augen der Menschen urplötzlich zu "böööösen Hunden" und es folgt prompt ein:  "komm wir gehen, wir finden noch einen anderen Spielpartner für Dich, der lieb ist..."

Tja, was soll ich Euch sagen? Man erlebt viele Abenteuer in so einem Rudel.
Nur gut, daß Frauchen und Herrchen mit uns gemeinsam gelernt haben, uns zu verstehen und uns so die Möglichkeit geben, friedlich miteinander leben zu können, mit Respekt und Höflichkeit für jeden von uns.

So ein Rudelleben ist einfach klasse!

   

 

 
Benji erzählt: die Karte
an einem verregneten Herbstnachmittag war Frauchen mit uns im Wald unterwegs. Eigentlich gehen wir nicht so oft in den Wald, lieber über die Wiesen und Felder, weil man da schöner toben und springen kann, aber wenn es regnet, ist es zwischen den Bäumen doch angenehmer.

Wir liefen gemeinsam einen Waldweg entlang, Frauchen versteckte Leckerchen für mich und warf für Maya den Ball. Dann schickte sie uns vor, ließ uns warten und Bögen durch die Bäume laufen, es machte wirklich einen heiden Spaß!

Als wir einen schmalen Pfad entlang liefen kamen uns 2 ältere Menschen entgegen, mit einem kleinen, zotteligen Hund. Ja Frauchen, ich weiß, wir müssen jetzt auf die Seite gehen und warten. Und wenn die Leute vorüber sind, bekomme ich ein Leckerchen und Maya den Ball, das ist fein! Brav setzte ich mich also neben Maya und wartete mit ihr gemeinsam.

Die Leute kammen näher, der kleine Hund riecht alt und er war auch sehr langsam. Ich war ja neugierig, aber wußte, ich darf nicht hin. Erst wenn Frauchen sagt, es sei ok.

Doch die Leute gingen nicht vorüber, sie blieben stehen und schauten uns an! Ich fand das sehr unangenehm, leckte mir über die Lippen und schaute weg, vielleicht hilft es ja? Frauchen nickte den Leuten zu und sagte nett "guten Tag", aber die gingen immer noch nicht weiter. Nein, der Mann kam auf Frauchen zu. Ich blieb schön sitzen und hörte zu:

"Sie haben aber schöne Hunde!" sagte der Mann, "die werden sicher ausgestellt. Kann ich eine Karte haben?"

"Nein," antwortete Frauchen, "die gehen nicht auf Ausstellungen. Was für eine Karte? Haben Sie sich verlaufen?"

"eine Visitenkarte möchte ich" sagte der Mann, "wenn Sie nämlich ihren nächsten Wurf Welpen der beiden haben, dann möchten wir gerne einen bei Ihnen kaufen!"

Komisch, Frauchen sagte gar nix mehr, die stand nur da und kuckte dumm.... Welpen? Bei uns? Ich hab noch keine gesehen! Geht gar nicht, Maya mag doch gar keine Welpen leiden!! Was denken die denn?

Naja, Frauchen rief nach uns und wir gingen weiter. Komische Leute gibt es.... Welpen! Nee sowas....

   

 

 
Maya erzählt: Geh spielen...!
letzten Sommer, als Dizzy noch nicht bei uns war, ging Frauchen mit uns zusammen raus über die Felder. Wir liefen über einen geteerten Weg, den viele Spaziergänger und Hundehalter zum Spazierengehen nutzen. An einer ungenutzten Wiesen machten wir Halt, liefen dort ein Stück hinein, um gemeinsam zu spielen und zu üben.

Ich lag gerade Platz und wartete, während Frauchen mit Benji zusammen Fußlaufen übte. Der Kerl hatte das echt schon toll drauf, ich staunte und beobachtete die zwei, während ich wartete.

Auf dem Weg vor der Wiese sah ich eine Frau mit einem Jagdhundmischling an der Leine auf die Wiese zukommen. Frauchen und Benji waren etwa 10 Meter von mir entfernt, als sie die Frau ebenfalls bemerkten. Frauchen rief mir nochmals zu, daß ich ja liegen bleiben soll und warten, bis die Frau mit ihrem Hund am Weg vorüber seien. Naja, ich hatte ja auch nix Anderes vor...

Doch die Spaziergängerin ging nicht vorüber, sie blieb auf unserer Höhe auf dem Weg stehen und schaute zu mir herüber. Der fremde Hund war nervös, zerrte an der Leine und wand sich im Halsband. Ich mag sowas nicht, man sollte immer Respekt vor dem Anderen haben! Wir hatten genügend Abstand, das müsste der doch merken! Was ein Gehampel und Gehibbel, ein schreckliches Benehmen...

Was macht die Frau? Sie macht den Leinenhaken ab, zeigt in meine Richtung und sagt: "Geh spielen!"

Der fremde Hund sprang los, als hätte er eine Rakete im Hintern, direkt auf mich zu. Ich duckte mich tief ins Gras, aber er überrannte mich einfach und ungebremst. Was sollte ich machen? Ich hab ihm gehörig Bescheid gesagt für diese Unverschämtheit und Respektlosigkeit und ihm meine Zähne gezeigt, um mich gleich artig wieder auf meinen Platz zu legen. Mein Auftrag "Platz und Warte" war ja schließlich noch nicht fertig ausgeführt.

Der fremde Hund erschrak wohl furchtbar vor meinem Anpfiff, jaulte und rannte zurück zu seinem Frauchen, um sich hinter ihren Beinen zu verstecken. Ich konnte mir das Grinsen in meinem Colliegesicht nicht verkneifen.
Frauchen stand ja mit Benji ein Stück von mir weg, ich hörte nur, wie sie der Frau zurief: "Sind Sie jetzt zufrieden? Was sollte das?"

Die Fremde keifte lautstark zurück: "Unverschämtheit! Ich konnte ja nicht wissen, daß Ihre Hunde scharf und abgerichtet sind! Das hätten Sie mir auch gleich sagen können!"

"Sie hätten ja auch vorher fragen können" lachte Frauchen, die sich nicht mehr um die Frau weiter kümmerte, sondern mir den Ball warf und mit uns über die Wiese tobte. Die Frau zog vor sich hin schimpfend mit ihrem Hibbelhund an der Leine von dannen und wir konnten ungestört weiter üben und spielen.

   

 

 
Benji erzählt: Ach!?!
eine kurze Geschichte, die unser Frauchen amüsierte.

Wir liefen einen Weg entlang in Richtung eines Sees, in dem wir baden gehen wollten. Uns entgegen kam eine Dame mit zwei stattlichen Briards an der Leine. Nun, ich bin ja mit 65 cm Widerristhöhe auch nicht der Kleinste, aber die beiden waren noch ein Stück größer als ich.

Frauchen leinte uns kurz an, damit wir an der Dame und ihren überaus ruhigen und freundlichen Hunden ungestört vorbei gehen konnten.

Während Frauchen ein nettes "guten Tag" in Richtung der Dame rief, anwortete diese:

"Ach!?!... Sie haben aber zwei wirklich bezaubernde Shelties an der Leine..."

Warum Frauchen daraufhin so grinste, ich hab keine Ahnung....

   

 

 
Frauchen erzählt: das Hölzchen
ich habe mich immer gefragt, ob Hunde in der Lage sind, mitzudenken und eigenständig zu handeln. Aber seit dieser Geschichte weiß ich es definitiv: ja, sie sind durchaus in der Lage dazu!

Vor einiger Zeit fingen wir an, Maya und ich, uns mit dem Thema Obedience zu beschäftigen. Um zuhause schon einmal etwas üben zu können, besorgte ich mir 3 Suchhölzchen. 2 legte ich auf die Seite, eins trug ich in der Tasche mit mir herum und bot es Maya von Zeit zu Zeit zum Festhalten an. Ich machte es einfach interessant für sie.

Schnell war klar und die Grenzen abgesteckt: das Hölzchen gehört Frauchen, Maya darf es von ihr haben, aber Benji hat daran nichts verloren! Egal wo das Hölzchen lag, Benji hatte davon wegzubleiben (und das tat er auch brav) und Maya durfte es nur nehmen, wenn ich die Erlaubnis dazu erteilte. Aber darauf rumkauen ist nicht, nur halten und Frauchen wieder geben!

Damit die ganze Sache nicht langweilig wird, verschwand das Hölzchen einige Tage in einer Schublade, um dann wieder für ein paar Tage interessant zu sein.

An einem Tag legte ich das Hölzchen auf den niedrigen Wohnzimmertisch, mit der Bemerkung: "Liegen lassen!" Natürlich war das super interessant, aber man befolgte artig meinen Befehl. Ich vergaß es dann abends und das Hölzchen blieb übernacht dort liegen.

Als ich es am nächsten Morgen auf dem Tisch entdeckte und dort wegnahm, fielen mir Bißspuren im Holz auf. Komisch, die waren mir vorher noch gar nicht aufgefallen. Aber es lag noch immer am selben Platz, an dem ich es abgelegt hatte. Also hatte es nachts keiner der Beiden genommen.
Wir spielten eine Weile das Spiel: "verstecke das Hölzchen in der Wohnung und schicke Maya suchen", danach legte ich es zurück auf den Tisch.

Am nächsten Morgen, das gibts doch gar nicht - das Hölzchen lag noch immer auf seinem Platz, aber es fehlte eine ganze Ecke! Die war abgenagt. Späne fand ich keine, weder auf dem Tisch, noch auf dem Boden.

Sehr seltsam, zumal ich weiß, daß beiden Hunde nichts auf dem Tisch machen würden, wenn, dann würden sie es wohl runter holen und auf dem Boden benagen. Aber wie kommen die Bißspuren dann an das Holz?
Ich steckte es erst einmal wieder ein und überlegte mir eine Strategie, wie ich wohl herausfinden könnte, wer der Übeltäter war und vor allem WIE die Bißspuren in das Hölzchen kamen...

Ein paar Tage später platzierte ich das Hölzchen nun wieder an dem gleichen Platz auf dem Tisch, unbemerkt von beiden Hunden und verschwand in die Küche, machte mich an die Hausarbeit - aber! mit einem wachen Blick Richtung Wohnzimmertisch, in der Hoffnung, der Übeltäter würde sich unbemerkt fühlen und verraten.

Maya lag derzeit hinten vor dem Schlafzimmer im Flur und Benji im Wohnzimmer auf dem Teppich.  Es dauerte einige Zeit, aber dann konnte ich das Schauspiel beobachten:

Benji stand auf und ging schnurstracks Richtung Wohnzimmertisch. Ein verstohlener Blick über die Schulter: keiner da? Fein! Und schnappte sich leise und heimlich das Hölzchen, legte sich auf den Teppich und begann daran zu schnuffeln und zu nagen. Was muss das Teil soooo interessant gewesen sein, daß er nicht widerstehen konnte! *gg*

Plötzlich kam Maya um die Ecke geschossen, sie hatte es wohl hinten im Flur nicht überhört, rannte auf Benji zu, gab ihm einen brummenden Rüffler und einen kurzen Knuff in die Halskrause, nahm ihm das Hölzchen aus den Pfoten und legte es artig an seinen Platz auf dem Tisch zurück. Warf Benji noch einmal einen strafenden Blick zu und trottete zurück in den Flur.

Ich wollte im ersten Moment so gar nicht glauben, was ich da um die Ecke aus der Küchentür beobachtet hatte. Maya hat tatsächlich MEIN Hölzchen, mit dem SIE spielen und das Benji NICHT haben darf, wieder "aufgeräumt". Es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben!

Denkt was Ihr wollt, die Geschichte ist wahr und ich bin durchaus davon überzeugt, daß Hunde denken, Zusammenhänge erfassen und auch selbstständig handeln können.

Das Hölzchen, übrigens, landete danach in der Mülltonne. Wir haben mit einem neuen weiter geübt.

   
 
Frauchen erzählt: Schnee!!
Verstehen Hunde "menschich"?

Über diese Frage habe ich an einem Dezember morgen, in aller Herrgottsfrühe, nachgedacht und kam zu dem Schluß: "Ja! Manche Hunde verstehen menschich"  Auch wenn es nur so dahin geplappert war.

Die Geschichte begann an dem Abend zuvor, denn da fing es bei uns an richtig zu schneien. Die Tochter und ihr Freund waren mit den Hunden noch draussen, eine Runde um die Häusser gezogen und den ersten Schnee begrüßt, der liegen geblieben ist. Benji fand das weniger spektakulär, Dizzy fand es ätzend, sie hätte am Liebsten alle 4 Pfoten unter dem Bauch eingezogen - aber so läuft sich's halt arg schlecht. Und Maya, die freute sich wie ein kleines Kind.
Schneeeeee!!!!! Am Allerliebsten wäre sie gar nicht mehr nach Hause gegangen und strahlte den ganzen Abend wie ein Honigkuchenpferd.

Wir lachten, wir kennen ja unsere kleine "Verrückte" und ich sagte so im Gespräch zu meinem Mann:
"wenn morgen früh Schnee liegt, dann geh ich gleich nach dem Aufstehen mit den dreien Schneewandern"

Normalerweise sind unsere Vormittage ruhig. Wenn ich aufstehe, dann bleiben die Hunde meist noch auf ihren Schlafplätzen liegen, bis Frauchen ihre erste Tasse Kaffee und ihre Geschäfte im Badezimmer erledigt hat. Oder sie wandern zusammen ins Wohnzimmer, belagern die kuscheligen Plätze auf den Sofas und warten, bis ich zum ersten "Bach-machen" rufe. Morgenstund hat Blei im Fell, ist die Devise.

Aber nicht an diesem Morgen.
Kurz nach 8 Uhr (für Samstag eine ungewöhnlich frühe Zeit) stand Maya plötzlich mit allen 4 Pfoten hellwach in ihrem Körbchen: "Wou??"

"Wou! Wou!" Dann wurde Bensch, der zusammen gekringelt am Fußende meines Bettes lag, von der Decke geschmissen (Wuff - steh auf!), mir wurde meine kuschelig weiche Zudecke gnadenlos entzogen und ein "Wau!!" knallhart auf meine Nase gedrückt: "Steh auf!"

Na guuuuut....

Maya SOFORT an die Wohnungstür "Wau!" Los, mach schon, du hast's gestern versprochen!!
Während ich mir schnell-schnell eine Tasse Kaffee hinter die noch müden Augenlider kippte und im Bad eine Schnellwäsche versuchte, kreiste mein sonst so morgenmüder Hund zwischen meinen Winterstiefeln, den Leinen und der Haustür hin und her: "wou! beeil Dich! Du hast's versprochen!!"

Nun denn, wir waren Schneewandern. Eine Stunde im morgendlichen Weiß, an einer dampfenden Bach und einem romantisch roten Sonnenaufgang über den Feldern. Benji fands okey, Dizzy war mit ihren Pfoten beschäftigt und Maya hatte Spaß wie ein kleines Kind.

Wieder zuhause, trank ich meinen Kaffee zuende und die Nasen lagen zufrieden auf den Sofas und dösten in gewohnter, morgendlicher Manier.

Also erzählt mir nix, von wegen Hunde verstehen unsere Worte nicht. Es scheint Ausnahmen zu geben, die dazu durchaus in der Lage sind und das Schlimme ist, sie hören gaaaaanz genau zu. Seid also vorsichtig, was ihr in Gegenwart von Collies sagt. Sie fordern gemachte Versprechen gnadenlos ein!

   

©.midget 2009